Das Projekt

Ein überzeugender Erweiterungsbau von Herzog & de Meuron

Die Ausgangslage

Der Musiksaal des Stadtcasino Basel zählt zu den ältesten und bedeutendsten Musiksälen Europas und wird für seine hervorragende Akustik international gerühmt. Hier und im Hans Huber-Saal spielt sich ein grosser Teil des musikkulturellen Lebens in Basel ab. Das heutige Stadtcasino ist der zentrale Ort für viele herausragende musikalische Anlässe in der E- und U-Musik sowie für verschiedenste Veranstaltungen und Auftritte weltberühmter Künstler und Künstlerinnen in der Region.

Den Anforderungen eines zeitgemässen Konzerthauses und Veranstaltungsortes wird das Stadtcasino allerdings längst nicht mehr gerecht. Neben dringend erforderlichen baulichen Sanierungen braucht es eine Lüftung, grosszügigere Foyers, Künstlerbereiche und Serviceräume.

 

Das Stadtcasino gehört ins Stadtzentrum

Dem Erweiterungs- und Sanierungsprojekt liegen wichtige kulturpolitische, städteplanerische und städtebauliche Überlegungen zu Grunde. Basel wird ein zeitgemässes Kultur- und Konzerthaus erhalten, das den Kulturrundgang zwischen Kunstmuseum, Kunsthalle, Theater Basel und Historischem Museum in idealer Weise ergänzt.

 

Die Architektur

Um dem bestehenden Stadtcasino mehr Freiraum für die benötigte Raumerweiterung zu verschaffen, wurden diverse Möglichkeiten und Varianten untersucht. Dazu konzentrierten sich Herzog & de Meuron auf den Raum zwischen dem Stadtcasino und der Barfüsserkirche. Dieser war im Mittelalter mit Klosteranlagen verbaut, weshalb er vom kantonalen Denkmalpfleger für bauliche Veränderungen freigegeben wurde. In Analogie haben die Architekten in ersten Studien kreuzgangartige Anbauten zwischen Barfüsserkirche und Stadtcasino geprüft. Das Stehlinsche Stadtcasino war ursprünglich als souveräner Palazzo konzipiert. Sämtliche Versuche, Aufbauten anzudocken, wirkten daher wie eine Bastelarbeit. Wie die Zubauten von 1939 wurden die kirchenseitigen Anbauten als Rückseite wahrgenommen, minderwertig im Vergleich zur Schaufassade am Steinenberg.

 

Die Entkoppelung als Lösung

Die überzeugendste Lösung war, das Stadtcasino als autonomen, vom 39er-Bau frei gespielten Baukörper zu begreifen. Die Erweiterung musste aus dem Altbau heraus wachsen, so als sei es schon immer so gewesen. Es war wichtig, den zu ergänzenden Teil, in welchem die Räume für Foyers, Service und Künstleraufenthalt geplant sind, in der zumindest für den flüchtigen Blick gleichen, neobarocken Sprache zu gestalten. Als Modell dazu diente die bestehende, durch Anbauten heute weitgehend verdeckte Stehlinsche Rückfassade.

Mit der betrieblichen Entkoppelung von Stadtcasino und 39er-Bau und dem damit einhergehenden Abbruch des heutigen Eingangs- und Treppenbereichs entsteht zwischen Steinenberg und Barfüsserplatz wieder eine direkte Verbindung in Form einer offenen Gasse.

Das Stadtcasino orientiert sich damit künftig sowohl zur ehemaligen Kulturmeile des Steinenbergs als auch zum Barfüsserplatz hin. Es steht nun wirklich auch auf dem Barfüsserplatz und tritt neben der mächtigen Barfüsserkirche als gleichwertiger Baukörper in Erscheinung. So entsteht ein neuer öffentlicher Raum zwischen Kirche und Stadtcasino, der bisher höchstens als eine Art Hinterhof wahrgenommen wurde.

 

Das Raumprogramm

Mehr Platz und mehr Komfort lautet das Konzept der Erweiterung. Die jetzige Nutzfläche wird grosszügig erweitert und der Haupteingang auf die Seite des Barfüsserplatzes verlegt. Insbesondere Foyer- und Garderobenbereich werden wesentlich vergrössert.

Oberstes Gebot für beide Stadtcasino Säle ist selbstverständlich der Erhalt oder gar eine Verbesserung der exzellenten Akustik. Der denkmalgeschützte Musiksaal wie auch der Hans Huber-Saal dürfen in ihrer Grundstruktur nicht verändert werden, dennoch wird der zukünftige Besucher eine deutliche Komfortsteigerung wahrnehmen. Beide Säle erhalten eine Lüftung sowie eine neue Bestuhlung und der Hans Huber-Saal wird in Zukunft wie der Musiksaal rollstuhlg��ngig sein. In den Musiksaal wird wieder das Tageslicht geholt und der Hans Huber-Saal wird mit schallisolierenden Fenstern ausgestattet.

Für die Künstler wird es im Musiksaal eine elektrisch verstellbare, modulare Bühne geben. Die Anzahl der Künstlergarderoben wird erhöht und deren Ausstattung den heutigen Bedürfnissen angepasst. Der komfortable, direkte Bühnenzugang vom Steinenberg her bleibt bestehen. Dem Sinfonieorchester Basel sollen umfangreiche Lagerräumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden.

Nebst einer umfassenden Sanierung der gesamten Gebäudetechnik wird auch die Saal- und Bühnenbeleuchtung den heutigen Bedürfnissen der Veranstalter angepasst. Im ganzen Haus werden zudem die sanitären Einrichtungen erneuert und deren Kapazitäten deutlich erweitert.

Im Stadtcasino finden neben den klassischen Konzerten viele andere kulturelle und gesellschaftliche Anlässe statt. Mit den neuen Foyers und Bars wird sich das Haus zukünftig noch mehr öffnen für Veranstaltungen aller Art für Jung und Alt.

Der Festsaal in seiner heutigen Form entfällt.

Bild Infokiosk im Stadtcasino

Aktuell informiert. Die Infowand im Foyer des Musical Theater Basel informiert über den aktuellen Projektstand.

Die Choreografie

Der Zeitplan des Erweiterungsprojektes.

 

2014

  • Spendensammlung zur privaten Mittelbeschaffung läuft an.

 

2015

  • Der Regierungsrat verabschiedet seinen Ratschlag an den Grossen Rat des Kantons Basel-Stadt.
  • Grosser Rat entscheidet über Zonenplanänderung und Finanzierungsbeitrag.
  • Sicherung der Projektfinanzierung durch grosszügige, feste Zusage privater Mittel.
  • Feinplanung der raumakustischen Massnahmen im Musical Theater Basel.

 

2016

  • Abschluss Bauprojektierung und Erteilung der Baubewilligung.
  • Beginn der Intervention im Bau 39 im Anschluss an die Basler Fasnacht.
  • Bezug des Ausweichstandortes im Musical Theater Basel inklusive Umsetzung der raumakustischen Massnahmen.
  • Baustelleneinrichtung beim Stadtcasino Basel.

 

2017

  • Archäologische Bodenforschung und 1. Etappe der Bauausführung.
  • Planung Konzertsaison 2019/2020 im erweiterten Stadtcasino Basel.
  • Ausweichstandort im Betrieb.

 

2018

  • Zweite Konzertsaison im Musical Theater Basel.
  • Bauarbeiten in vollem Gange.

 

2019

  • Abschluss des Veranstaltungsbetriebs am Ausweichstandort.
  • Das erweiterte Stadtcasino Basel wird eingeweiht.
  • Der reguläre Konzertbetrieb ist wiederaufgenommen.

 

Das Planer-Team

Entwurf und Planung

 

Baumanagement und Realisierung

 

Projektsteuerung und Bauherrenvertreter